„Die Zukunft der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen“ - „momentum – Das Deutsche Bank Gesprächsforum in Berlin“ - "Frankfurt Clearingzentrum für den Renminbi in der Euro-Zone"

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"Frankfurt Clearingzentrum für den Renminbi in der Euro-Zone"   
 
Am 4. Juni 2014 fand die vierte Ausgabe von „momentum – Das Deutsche Bank Gesprächsforum in Berlin“ zum Thema 
„Die Zukunft der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen“ statt.
 
Die Veranstaltung war zugleich der öffentliche Teil des Sino German Business Summits, einer gemeinsamen Wirtschaftskonferenz von Deutsche Bank,
Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und dem Yabuli-Forum, dem führenden chinesischen Verband der Spitzenunternehmer.
 
Eröffnet wurde die Diskussion mit einer Keynote-Rede des Vizekanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).
In seiner Rede unterstrich dieser die wachsende Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder: „Ich glaube, dass die deutsch-chinesische Zusammenarbeit 
die beste Zeit noch vor sich hat,“ so Gabriel. Der Vizekanzler warb für eine Partnerschaft auf Augenhöhe. So unterstützte er in seiner Rede die Gründung einer europäisch-
chinesischen Freihandelszone.
 
„Deutschland ist ein großer Befürworter“, erklärte der SPD-Chef. Es gebe aber noch einige Sorgen auszuräumen. Ein Investitionsschutzabkommen mit Peking wäre ein
wichtiger Schritt dazu.
 
ICBC-Chairman Jiang Jianquing lobte vor allem das Engagement der Bundesregierung und Hessens für den Finanzplatz Frankfurt. „Wir haben 2.000 chinesische Firmen in Deutschland. Frankfurt ist der optimale Platz für den Renminbi-Handel“, so Jiang. Für China ist Deutschland als stärkste Wirtschaftskraft im Herzen Europas und Exportnation ein ebenso wichtiger Markt. In diesen Rahmen stellte ICBC-Chairman Jiang dann auch die Entscheidung der chinesischen Großbank, ihr Deutschland-Geschäft deutlich auszubauen.
 
BDI-Präsdident Ulrich Grillo betonte die enormen Chancen, die sich für Deutschland sowohl in der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft als auch mit der jüngsten Entscheidung, Frankfurt zum Clearingzentrum für den Renminbi in der Euro-Zone zu machen, ergäben: „Chinas gewachsene Rolle in der Weltwirtschaft hat für die deutsche Industrie einen besonders hohen Stellenwert und birgt neue Exportchancen. Sie sollte sich auch in der Internationalisierung der eigenen Währung widerspiegeln.“
 
Das beidseitige Handelsvolumen zwischen Deutschland und China liegt heute bei ungefähr 140 Mrd. Euro. Für Deutschland ist China inzwischen Exportmarkt Nummer drei, nach Frankreich und den Niederlanden. Motor des chinesischen Wirtschaftswachstums sind im Wesentlichen die drei Sektoren Automobile, Elektrotechnik und Maschinenbau. Spitzenbranche in der Produktion ist der Fahrzeugbau mit 23,8 Mio. Fahrzeugen und einem Zuwachs von 18,4%.