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Dieser Artikel ist relevant für: USA Export, Import, Bilanzen, Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Wirtschaftsbeziehungen zur EU, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Arbeitsmarkt / Löhne / Ausbildung, Geld / Preise / Inflation / Währung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BS

Steuerrecht in USA

30.07.2015 Steuerrecht in USA
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Sales and Use Tax New York/Bonn (gtai) - Bei einer Geschäftstätigkeit in den USA, egal ob es sich dabei um das Betreiben einer Tochtergesellschaft, den Verkauf von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen einschließlich der Entsendung von Arbeitnehmern handelt, müssen steuerliche Bestimmungen beachtet werden. Insbesondere die Besteuerung auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene erschweren die Ermittlung der tatsächlichen Besteuerung.

Föderales Besteuerungssystem Bundessteuern werden bundeseinheitlich, die Steuern der einzelnen Bundesstaaten und Gemeinden hingegen örtlich erhoben.

Die wenig systematische Aufteilung der Steuerhoheit kann für den Steuerpflichtigen zu einer mehrfachen Belastung führen; allerdings sieht das Steuergesetz steuerliche Entlastungen vor z.B. durch Geltendmachung von Betriebskosten oder eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens.

Die Verteilung der Steuerhoheit lässt sich wie folgt feststellen:

Besteuerung auf Bundesebene (Federal Government) Die Besteuerung auf Bundesebene erfolgt durch die Bundeseinkommensteuer (Federal Income Tax), Bundeskörperschaftsteuer (Federal Corporate Tax), Bundeserbschaft- und schenkungsteuer (Federal Estate and Gifttaxes), Verbrauchsteuern (Federal Excise Taxes) und Bundessozialversicherung (Federal Social Insurance).
Zuständig für die Verwaltung der Bundessteuern sind das US-Bundesfinanzministerium (Treasury Department) und die diesem nachgeordnete Steuerbehörde, der Internal Revenue Service (IRS).
Das Steuerrecht des Bundes ist im Internal Revenue Code (IRC), mit dessen Umsetzung der IRS betraut ist, geregelt. Das Treasury Department gibt Steuerrichtlinien (Regulations) heraus, die das Gesetz auslegen. Im Rahmen der ihm gemäß dem IRC zustehenden Kompetenzen können diese Steuerrichtlinien unmittelbar Rechtskraft (z.B. Legislative Regulations) erlangen. Auf Anfrage des Steuerpflichtigen erteilt der IRS verbindliche Auskünfte (Private Rulings) zur steuerlichen Behandlung bestimmter Geschäftstätigkeiten. Die erteilten Auskünfte werden auch gesammelt und veröffentlicht. Ebenfalls nimmt der IRS Stellung zu Einzelfragen des Steuerrechts im Wege von Regulations, Rulings sowie in zahlreichen Publikationen des IRS, die auch im Internet zugänglich gemacht werden.
Besteuerung auf bundesstaatlicher Ebene (States) Die einzelnen Bundesstaaten können Grund- und Vermögensteuern (State Property Tax), eigene Einkommensteuern (State Income Tax), eigene Körperschaftsteuern (State Corporate Tax) und Umsatzsteuern (Sales and Use Tax) erheben.
Gemäß der ihnen zugewiesenen Steuerhoheit erhebt die große Mehrzahl aller US-Bundesstaaten eine eigene Körperschaft- und Einkommensteuer (State Income Tax; State Corporate Income Tax), die in den Sätzen ebenfalls erheblich voneinander abweichen kann.

Maßgebend für die Besteuerung der Corporation bzw. der natürlichen Person ist i.d.R. der Gründungs- bzw. Wohnsitz. Außerhalb des einzelnen Bundesstaates befindliche Gesellschaften bzw. natürliche Personen werden anteilsmäßig steuerpflichtig, sofern ein steuerlicher Zusammenhang (Nexus) besteht. Ein Nexus wird z.B. bei Besitz, Vermietung oder bei Beschäftigung von Arbeitnehmern angenommen.

Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens bzw. der zu versteuernden Einkünfte können werbungsähnliche Kosten, wie z.B. Betriebsausgaben, Zinsen, Steuern, Verluste, Abschreibungen zugunsten des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden. Bei der Errechnung des anteilsmäßigen Gewinns (apportionment of income) werden teilweise bestimmte Formeln unter Berücksichtigung der in den anderen Staaten erbrachten Leistungen herangezogen. In gewissen Bundesstaaten wie Kalifornien wird nach dem Unitary Business Concept der gesamte Ertrag des Unternehmens, den es in den USA oder sogar weltweit erzielt hat, zugrunde gelegt.
Keine Körperschaftsteuern auf einzelstaatlicher Ebene werden derzeit erhoben von den USBundesstaaten Nevada, South Dakota, Washington und Wyoming. Die Verwaltungspraxis der Finanzverwaltung der meisten Bundesstaaten hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von Personengesellschaften entspricht der Verwaltungspraxis der Bundesfinanzbehörden. Ebenso entsprechen die steuerrechtlichen Bestimmungen der meisten Bundesstaaten hinsichtlich der Limited Liability Company den steuerlichen Bestimmungen des IRS.
Alle Bundesstaaten mit Ausnahme von Alaska, Florida, Nevada, South Dakota, Texas, Washington und Wyoming erheben Einkommensteuern (State Personal Income Tax).
Die überwiegenden Einkommen- und Körperschaftsteuersätze liegen unter 10%. Zurzeit beträgt die Corporate Income Tax bzw. State Personal Income Tax beispielsweise in Florida 5,5% bzw. 0%; in Kalifornien 8,84% bzw. 1,00% - 13,30%; in New York 7,1% bzw. 4,00% - 8,82%.
Es gibt zudem in verschiedenen Bundesstaaten (u.a. Delaware, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Maryland, Michigan, Missouri, New York, Ohio, Oregon und Pennsylvania) auch Städte und Gemeinden, die ihrerseits Einkommensteuern erheben.
Weitere Steuern, mit denen der in dem jeweiligen Bundesstaat ansässige Steuerpflichtige zu rechnen hat, sind vor allem eine Verkaufsteuer (Sales Tax), Arbeitslosenversicherungssteuer (Unemployment Insurance Tax), Erbschaft- und Schenkungsteuer (Estate and Gift Taxes), Vermögensteuer (Property Tax) und Konzessionssteuer (Franchise Tax).
Auf Ebene lokaler Gebietskörperschaften (Local Governments/Municipalities) gibt es zudem örtliche Grund- und Vermögensteuer (Local Property Tax) sowie örtliche Einkommen- und Körperschaftsteuer (Local Income and Corporate Taxes).
Im Hinblick auf die dargelegten möglichen und teilweise beachtlichen steuerrechtlichen Belastungen des jeweiligen Bundesstaates und der Gemeinde ist es von grundlegender Bedeutung, dass der ausländische bzw. deutsche Geschäftspartner bei seinen geplanten Aktivitäten in den USA diesem Umstand genügend Rechnung trägt.
Einkommensteuer auf Bundesebene Steuerpflicht Wie in Deutschland unterscheidet das US-amerikanische Steuerrecht zwischen der unbeschränkten und der beschränkten Steuerpflicht.
Unbeschränkte Steuerpflicht Zur Bundeseinkommensteuer herangezogen werden in den USA niedergelassene Körperschaften, Staatsangehörige und dort lebende Ausländer. Dies gilt grundsätzlich für Ausländer, die entweder eine zeitlich unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis (Permanent Lawful Resident) oder zumindest ein Einwanderungsvisum (Green Card Holder) besitzen. Ferner werden ausländische Personen unbeschränkt steuerpflichtig, sofern ihr Aufenthalt nach dem sog. Substantial Presence Test in den USA wenigstens 183 Tage beträgt. Wenn weniger als 183 Tage in einem Jahr erreicht werden, berechnet sich die Aufenthaltsdauer wie folgt: mindestens 31 Anwesenheitstage des betreffenden Kalenderjahres, plus 1/3 der Anwesenheitstage des vorigen Jahres plus 1/6 der Anwesenheitstage des vorvergangenen Jahres. Hiervon allerdings gibt es nach dem IRC Ausnahmen.
Wird eine unbeschränkte Steuerpflicht festgestellt, unterliegt der Steuerpflichtige mit seinem gesamten Welteinkommen der US-amerikanischen Besteuerung.
Beschränkte Steuerpflicht Natürliche Personen, die nach den obigen Kriterien nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind, werden als sog. non-residential aliens nur mit ihren Einkünften aus US-amerikanischen Quellen in den USA zur Steuerentrichtung herangezogen. Hierbei unterscheidet das dortige Steuergesetz zwischen wiederkehrenden US-Quelleneinkünften (Fixed or Determinable, Annual or Periodic Income from US-Sources - FDAP) und Einkünften aus einer in den USA ausgeübten gewerblichen Tätigkeit (Effectively Connected Income).
Zu wiederkehrenden Einkünften gehören: Zinsen, Dividenden und Lizenzgebühren. Der IRC sieht hierfür ohne Ausgabenabzugsmöglichkeit eine Quellensteuer in Höhe von 30% vor. Eine Reduzierung der Quellensteuer kann allerdings aufgrund eines mit den USA bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) erfolgen.
Einkünfte aus einer gewerblichen Tätigkeit (engagement in trade or business) liegen vor, wenn es sich um eine auf Dauer gerichtete, nicht unbedeutende Tätigkeit handelt. Ausschlaggebend ist nach dem DBA Deutschland - USA, dass die Voraussetzungen einer Betriebsstätte vorliegen.
Einkommensermittlung Wie im deutschen Steuerrecht wird zunächst das Bruttoeinkommen ermittelt. Im Anschluss daran können bestimmte Ausgaben von dem Bruttoeinkommen abgezogen werden. Dadurch wird das zu versteuernde Einkommen reduziert.
Zunächst wird das Bruttoeinkommen (Gross Income) ermittelt, indem während des Veranlagungsjahres grundsätzlich sämtliche Einkünfte erfasst werden, insbesondere:
- Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Income Derived From Business);
- Einkünfte aus Kapitalvermögen (Interest and Dividend Income);
- Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung;
- Einkünfte aus Lebensversicherung, Leibrenten und Vorsorgeplänen;
- sonstige Einkünfte.
Bei der Ermittlung des Bruttoeinkommens gestattet das Steuergesetz eine Reihe von Abzügen, sofern die Ausgaben unmittelbar der Einkommenserzielung dienen.
Zudem können bestimmte private Vorsorgeaufwendungen in Abzug gebracht werden.
Abzugsfähig sind in erster Linie:
- Ausgaben in Verbindung mit Miet- und Pachtzinsen für Geschäftsräume;
- Betriebsausgaben (wie Löhne, Gehälter, angemessene Reise- und Unterhaltungskosten sowie Geschenke);
- Beiträge zur Altersvorsorge;
- sonstige Abzüge.
Hinsichtlich des Verlustabzugs ist es natürlichen Personen gestattet, Verluste (ausgenommen Verluste aus Veräußerungsgewinnen) mit Einnahmen zu verrechnen. Sofern der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist, kann der Verlust sogar zwei Jahre zurück und 20 Jahre vorgetragen werden.
Neben den benannten Abzügen (deductions) vom Bruttoeinkommen sieht der IRC eine pauschalierte Abzugsmöglichkeit für bestimmte sonderausgaben- und werbekostenähnliche Aufwendungen vor (sog. "Stardard Deduction"). Die Höhe des Betrages ändert sich jährlich.
Für 2014 und 2015 beträgt die Standard Deduction wie folgt:
2015 2014
Single US$ 6.300 USD 6.200
Head of Household US$ 9.250 USD 9.100
Gemeinsam veranlagte Ehepartner US$ 12.600 USD 12.400
Getrennt veranlagte Ehepartner US$ 6.300 USD 6.200
Des Weiteren gibt es eine Reihe von Abzügen - wenn auch vorwiegend beschränkt - wie Krankheitskosten (auch vorbeugende Maßnahmen), Krankenversicherungsbeiträge, Vermögensverluste durch höhere Gewalt oder Diebstahl, Grund-, Vermögens- und Einkommensteuer der Bundesstaaten und Gemeinden; ebenso Zinsen für Hypothekendarlehen, Spenden und nicht vom Arbeitgeber erstattete Werbungskosten.
Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens wird schließlich ein persönlicher Freibetrag (Personal Exemption) als Abzug gestattet. Dieser beträgt für 2014 USD 3.950 und für das Steuerjahr 2015 USD 4.000.
Der persönliche Freibetrag kann vom Steuerpflichtigen für sich selbst, für den Ehepartner (bei Zusammenveranlagung) und für jedes Kind bis 19 Jahre (bzw. bis 24 Jahre wenn noch in der Ausbildung) geltend gemacht werden.
Das US-amerikanische Steuersystem weist einen Stufengrenzsatztarif auf, bei dem die einzelnen Einkommensstufen ("brackets") mit unterschiedlichen Steuersätzen besteuert werden.
Für das Steuerjahr 2014 gelten folgende Steuersätze:
Alleinstehende: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 9.075 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 9.075 und US$ 36.900 US$ 907,50 zzgl. 15% des US$ 9.075 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 36.900 und US$ 89.350 US$ 5.081,25 zzgl. 25% des US$ 36.900 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 89.350 und US$ 186.350 US$ 18.193,75 zzgl. 28% des US$ 89.350 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 186.350 und US$ 405.100
US$ 45.353,75 zzgl. 33% des USD 186.350 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 405.100 und US$ 406.750
US$ 117.541,25 zzgl. 35% des USD 405.100 übersteigenden Betrags
Über US$ 406.750
US$ 118.188,75 zzgl. 39,6% des USD 406.750 übersteigenden Betrags
Gemeinsam veranlagte Ehegatten und überlebende Ehegatten: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 18.150 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 18.150 und US$ 73.800 US$ 1.815 zzgl. 15% des US$ 18.150 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 73.800 und US$ 148.850 US$ 10.162,50 zzgl. 25% des US$ 73.800 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 148.850 und US$ 226.850 US$ 28.925 zzgl. 28% des US$ 148.850 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 226.850 und US$ 405.100 US$ 50.765 zzgl. 33% des US$ 226.850 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 405.100 und US$ 457.600
US$ 109.587,50 zzgl. 35% des US$ 405.100 übersteigenden Betrags
Über US$ 457.600
US$ 127.962,50 zzgl. 39,6% des US$ 457.600 übersteigenden Betrags
Für das neue Steuerjahr 2015 errechnet sich die Steuer wie folgt:
Alleinstehende: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 9.225 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 9.225 und US$ 37.450 US$ 922,50 zzgl. 15% des US$ 9.225 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 37.451 und US$ 90.750 US$ 5.156,25 zzgl. 25% des US$ 37.450 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ .90.751 und US$ 189.300 US$ 18.481,25 zzgl. 28% des US$ 90.750 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 189.301 und US$ 411.500
US$ 46.075,25 zzgl. 33% des USD 189.300 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 411.500 und US$ 413.200
US$ 119.401,25 zzgl. 35% des USD 411.500 übersteigenden Betrags
Über US$ 413.201
US$ 119.996,25 zzgl. 39,6% des USD 413.200 übersteigenden Betrags
Gemeinsam veranlagte Ehegatten und überlebende Ehegatten: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 18.450 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 18.451 und US$ 74.900 US$ 1.845 zzgl. 15% des US$ 18.450 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 74.901 und US$ 151.200 US$ 10.312,50 zzgl. 25% des US$ 74.900 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 151.201 und US$ 230.450
US$ 29.387,50 zzgl. 28% des US$ 151.200 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 231.451 und US$ 411.500
US$ 51.577,50 zzgl. 33% des US$ 230.450 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 411.501 und US$ 464.850 US$ 111.324 zzgl. 35% des US$ 411.550 übersteigenden Betrags
Über US$ 464.850
US$ 129.9996,50 zzgl. 39,6% des US$ 464.850 übersteigenden Betrags
Head of Household: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 13.150 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 13.151 und US$ 50.200 US$ 1.315 zzgl. 15% des US$ 13.150 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 50.201 und US$ 129.600 US$ 6.872,50 zzgl. 25% des US$ 50.200 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 129.601 und US$ 209.850
US$ 26.772,50 zzgl. 28% des US$ 129.600 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 209.851 und US$ 411.500
US$ 49.192,50 zzgl. 33% des US$ 209.850 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 411.501 und US$ 439.000 US$ 115.737 zzgl. 35% des US$ 411.500 übersteigenden Betrags
Über US$ 439.201
US$ 125.362 zzgl. 39,6% des US$ 439.000 übersteigenden Betrags
Getrennt veranlagte Verheiratete: Das Jahreseinkommen liegt Die Steuer beträgt
Nicht über US$ 9.225 10% vom Jahreseinkommen
Zwischen US$ 9.226 und US$ 37.450 US$ 922,50 zzgl. 15% des US$ 9.225 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 37.451 und US$ 75.600 US$ 5.156,25 zzgl. 25% des US$ 37.450 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 75.601 und US$ 115.225 US$ 14.693,75 zzgl. 28% des US$ 75.600 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 115.226 und US$ 205.750
US$ 25.788,75 zzgl. 33% des US$ 115.225 übersteigenden Betrags
Zwischen US$ 205.751 und US$ 232.425 US$ 55.662 zzgl. 35% des US$ 205.750 übersteigenden Betrags
Über US$ 232.426
US$ 64.998,25 zzgl. 39,6% des US$ 228.800 übersteigenden Betrags
Alternative Minimum Tax Zur Heranziehung von Steuerpflichtigen, die aufgrund von steuerbegünstigten Investitionen oder durch andere Steuerbefreiungsmöglichkeiten ihre Steuerschuld vermeiden, wurde durch den Tax Reform Act of 1969 ein als Alternative Minimum Tax (AMT) bezeichnetes separates Steuerbemessungssystem geschaffen.
Das Gesetz sieht eine alternative Berechnungsweise des zu versteuernden Einkommens mit bedeutend weniger Absetzungsmöglichkeiten vor, als sie bei der traditionellen Einkommensteuer möglich sind. Steuerzahler sind verpflichtet, ihre Steuerschuld nach beiden Systemen zu berechnen. Wenn die AMT-Steuerschuld höher ausfällt als die Steuerschuld nach dem traditionellen System, dann muss der höhere Steuerbetrag entrichtet werden.
Der Steuersatz der AMT für Einkommen beträgt je nach Familienstand und Höhe des Einkommens 26% oder 28%. Der Pauschbetrag für sonderausgaben- oder werbungsähnliche Kosten sowie die persönlichen Freibeträge können im Rahmen der AMT unter bestimmten Bedingungen nicht in Abzug gebracht werden. Zudem sind Steuerzahlungen an Bundesstaaten, Gemeinden und das Ausland unter bestimmten Bedingungen nicht abzugsfähig, was zu einer doppelten Besteuerung führen kann. Die Grenzwerte für die AMT werden inflationsbedingt angepasst.
Steuererklärung Natürliche Personen, deren Einkünfte eine bestimmte minimale Grenze überschreiten müssen eine Steuererklärung bis spätestens 15. April des folgenden Jahres einreichen. Vorgesehen ist das amtliche Formblatt 1040, das schriftlich oder online bei der IRS bezogen werden kann.
Die Einreichung der ausgefüllten Formblätter kann postalisch, aber auch über das e-file-System des IRS geschehen.
Körperschaftsteuer US-amerikanischer Gesellschaften auf Bundesebene Kapitalgesellschaften werden als juristische Person in den USA der Besteuerung des Bundes, des Bundesstaates und teilweise der Gemeinde unterworfen. Die Steuerpflicht bezieht sich unbegrenzt auf das Welteinkommen. Hiervon sind allerdings ausländische Gesellschaften (non-resident corporations) ausgenommen, die nur mit ihren Einkünften aus US-Quellen steuerpflichtig sind.
"Check-in-the-Box" In den USA tätige Gesellschaften müssen auf dem IRS-Formular 8832 ihre Gesellschaftsform ankreuzen (Entity Classification System). Durch das Ankreuzen auf dem benannten Formular kann die Gesellschaft bestimmen, ob sie als Kapital- oder Personengesellschaft (dies hat eine Besteuerung unmittelbar auf Ebene ihrer Gesellschafter zur Folge) einzustufen ist. Das Wahlrecht gilt grundsätzlich auch für partnerships (general, limited, limited liability) sowie für weitere limited liability companies. Nicht wahlberechtigt sind Einzelunternehmen, die ohnehin wie eine natürliche Person besteuert werden und - unter bestimmten Voraussetzungen - corporations - oder auch ccorporations.
Eine Sonderregelung gilt indes für sog. subchapter s-corporations/ s-corporations. Diese können beanspruchen, als Personengesellschaft besteuert zu werden, sofern an ihnen nicht mehr als 100 natürliche Personen mit Wohnsitz in den USA oder US-Staatsbürger beteiligt sind, die Gesellschaft nur eine Aktiengattung ausgegeben hat und nicht zu einem Konzern gehört. Gesellschaften wie z.B. Finanzinstitutionen und Versicherungsgesellschaften können eine Besteuerung als Personengesellschaft nicht beanspruchen.
Ermittlung der Einkünfte der Gesellschaft Im Rahmen der Berechnung der Bundeskörperschaftsteuer (Federal Corporation Tax) werden von der Summe der Bruttoeinkünfte (gross income) die abzugsfähigen Betriebsausgaben (allowable deductions) abgezogen.
Nach dem IRC sind - soweit das Steuergesetz nicht ausdrücklich hiervon absieht - sämtliche Einkünfte steuerpflichtig. Abzugsfähig sind im Allgemeinen alle Ausgaben, die durch die Erwerbstätigkeit veranlasst und im Normalfall erforderlich sind. Einschränkungen gelten u.a. für Anschaffungskosten, Bewirtungs- und Verpflegungskosten, Arbeitgeberbeiträge zur Altersversorgung des Arbeitnehmers und Spenden. Ausländische Steuern dürfen wahlweise entweder von der Bemessungsgrundlage oder im Wege des Anrechnungsverfahrens von der Steuerschuld abgezogen werden.
Steuerliche Verluste können mit Gewinnen in den letzten drei Steuerjahren verrechnet werden (carry back), was zur Steuerrückerstattung führt. Bleibt dann immer noch ein Verlust, so darf dieser 20 Jahre vorgetragen werden. Gewisse Einschränkungen gibt es z.B. beim Inhaberwechsel der Gesellschaft.
Veräußerungsverluste dürfen nur mit Veräußerungsgewinnen verrechnet werden. Hierbei kann der überbleibende Verlust drei Jahre vor- und fünf Jahre zurückgetragen werden.
Abschreibung Die Kosten der für den Betrieb erworbenen materiellen Wirtschaftsgüter dürfen nach dem IRC abgesetzt werden. Die Absetzung für Abnutzung solcher Güter, die nach 1986 angeschafft worden sind, richtet sich nach dem Modified Accelerated Cost Recovery System (MACRS). Danach variieren - mit einigen Ausnahmen - die Abschreibungszeiträume je nach der Nutzungsdauer der genannten Güter zwischen drei und ca. 20 Jahren (ggf. länger). Abschreibbar (amortization) über einen Zeitraum von 15 Jahren sind immaterielle Güter (intangibles) gemäß Sec. 197 IRC wie Patente, Lizenzen, Good-will, eigene Betriebsinformationsquellen, jedoch nicht (Computer-) Software. Letztere kann hingegen nach Sec. 167 f IRC linear über 36 Monate abgeschrieben werden.
Abschreibungsmethode ist entweder - mit wenigen Ausnahmen - die 200prozentige bzw. 150prozentige degressive Methode (declining balance method) oder die Linearmethode (straight line method).
Im Zusammenhang mit dem Bundeswirtschaftsförderungsgesetz Jobs and Growth Tax Relief Reconciliation Act of 2003 wurde im Jahr 2003 eine Federal Bonus Depreciation eingeführt, wonach eine zusätzliche Abschreibung in Höhe von 50% bzw. 100% möglich ist. Demzufolge können nach Sec 168 k IRC für die meisten Wirtschaftsgüter, die zwischen dem 31.12.2007 und dem 1.1.2013 angeschafft und in Betrieb genommen werden, für das erste Nutzungsjahr Abschreibungen in Höhe von 50% beansprucht werden; für Wirtschaftsgüter, die nach dem 8.9.2010 erworben und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden, bietet sich für das erste Jahr (von insgesamt fünf Abschreibungsjahren) eine Abschreibung in Höhe von 100%. Es muss allerdings vorher geprüft werden, inwieweit der einzelne Bundesstaat die erhöhten Abschreibungen akzeptiert.
Steuersatz Steuersätze (Federal Corporate Tax Rates) für das Jahr 2015: Für Einkommen in USD Steuersatz
über bis
0 50.000 15%
50.000 75.000 USD 7.500 + 25%
75.000 100.000 USD 13.750 + 34%
100.000 335.000 USD 22.250 + 39%
335.000 10.000.000 USD 113.900 + 34%
10.000.000 15.000.000 USD 3.400.000 + 35%
15.000.000 18.333.333 USD 5.150.000 + 38%
18.333.333 --------------- 35%
Wie bei der Einkommensteuer gibt es zur Heranziehung von steuerpflichtigen Unternehmen, die aufgrund von steuerbegünstigten Investitionen oder durch andere Steuerbefreiungsmöglichkeiten ihre Steuerschuld mindern, eine alternative Mindeststeuer (AMT) in Höhe von 20%.
Steuererklärung Gesellschaften sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Ein Konzern kann eine konsolidierte Steuererklärung abgeben, wenn alle Konzerngesellschaften einverstanden sind. Auch in den USA haben Steuerhinterziehung und Steuerverkürzung Säumniszuschläge, Bußgelder und Strafverfolgung zur Folge.
Grundsätzlich gilt als Steuerjahr eine fiskalische Periode von 12 Monaten (Wirtschaftsjahr) oder das Kalenderjahr. Bei Betrieben, die auf Grund ihrer Größe kein ausreichendes Rechnungswesen unterhalten, muss das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr als Steuerjahr entsprechen. Gesellschaften sind verpflichtet, ihre Steuererklärung bis zum 15. Tag des dritten Monats nach Ablauf des Wirtschaftsjahres bzw. des folgenden Kalenderjahres einzureichen. Auf Antrag (IRS Formblatt 7004) ist eine Verlängerung zulässig. Die Verlängerung hat indes keinen Einfluss auf die Fälligkeit der Steuerzahlung. Auszufüllendes Formblatt für die Steuererklärung der Corporations ist Form 1120, für die sog. S-Corporation Form 1120S und für Partnerships Form 1065. USGesellschaften, die zu 25% oder mehr von einer ausländischen Peron gehalten werden oder ausländische Gesellschaften, die in den USA geschäftlich tätig werden, müssen bei der Steuererklärung Form 5472 verwenden.
Ausländische Gesellschaften, die in den USA geschäftlich tätig werden, benötigen eine sog. Individual Taxpayer Identification Number (ITIN).
Die Einreichung der ausgefüllten Formblätter kann postalisch, aber auch über das e-file-System des IRS geschehen.
Grundsätzlich müssen für Steuerzwecke natürliche Personen, die einen Betrieb führen, sowie juristische Personen für die Einnahmenerfassung entsprechende Nachweise durch eine Buchhaltung, Erstellung von Bilanzen und ähnliches erbringen. Die von dem IRS und bundesstaatlichen Stellen anerkannten und gängigen Arten des Rechnungswesens sind die IstVersteuerung nach der Einnahmenüberschussrechnung (Cash Method) sowie die Sollversteuerung mittels der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich (Accrual Method). Ein Wechsel von einem bereits begonnen System zum anderen bedarf der Zustimmung des IRS und erfolgt auf Antrag unter Nutzung desFormblattes 3115. Sogenannte Financial Statements, die die Finanzsituation einer Gesellschaft wiedergeben, werden meist von den Gesellschaftern beschlossen.
Gesellschaften mit Vermögenswerten von mindestens zehn Mio. US$ sowie 500 Aktionären, die als Public Corporation an der Börse notiert sind, unterliegen einer jährlichen Rechnungskontrolle (Audit) durch die Börsenaufsichtsbehörde (Security and Exchange Commission (SEC)).
Grundsätzlich stützt sich das in den US praktizierte Rechnungswesen auf die Generally Accepted Accounting Principles (GAAP), für die der nichtöffentliche Ausschuss für RechnungswesenStandards (Financial Accounting Standards Board - FASB) verantwortlich ist.
Besteuerung von Dividenden Dividenden, die an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, werden von der Einkommensteuer erfasst. Erhält eine im Ausland ansässige Gesellschaft oder eine beschränkt steuerpflichtige Person (non-resident alien) eine Dividendenzahlung, muss die ausschüttende Gesellschaft eine Quellensteuer in Höhe von 30% einbehalten. Aufgrund des deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) reduziert sich der Steuersatz auf 15% (für Schachteldividenden grundsätzlich auf 5%).
Gewinne, die eine Gesellschaft zurückbehält, um etwa eine Besteuerung ihrer Gesellschafter zu verhindern, können - unter bestimmten Voraussetzungen - nach der Accumulated Earnings Tax (AET) besteuert werden. Die AET ist eine auf die thesaurierten Gewinne, die 250.000 US-$ übersteigen, erhobene Zusatzsteuer, die derzeit in Höhe von 20% angewandt wird.
Kapitalerträge und Dividenden ab einer bestimmten Besteuerungsgrenze werden zusätzlich mit 3,8% in Folge der Regelungen des Patient Protection and Affordable Care Act zur Finanzierung der sog. ObamaCare besteuert.
Sales and Use Tax Eine wie in Europa verbreitete Umsatzsteuer auf Bundesebene wird in den USA nicht erhoben. Hingegen besteht in beinahe sämtlichen Bundesstaaten (Ausnahme: Delaware, Montana, New Hampshire, Oregon und Alaska) eine dem deutschen Steuerrecht vergleichbare Umsatzsteuer - die sog. Sales and Use Tax.
Erhebung der Sales and Use Tax Die Sales and Use Tax wird beim Kauf beweglicher Sachen (Tangible Personal Property) in manchen Bundesstaaten bei Inanspruchnahme von Dienstleistungen und sogar auch beim Herunterladen elektronischer Software erhoben.
Sie wird auf eine Transaktion innerhalb eines Bundesstaates erhoben. Demnach ist von der Erhebung einer Sales Tax auszugehen, wenn der Warenverkauf zwischen einem Käufer und einem Verkäufer stattgefunden hat, die im selben Bundesstaat ansässig sind (intrastate transactions).
Die Use Tax ist eine Ergänzung zur Sales Tax, wenn eine Sales Tax auf Transaktionen nicht erhoben wird. Sie wird bei zwischenstaatlichen Warenverkäufen bzw. bei Erbringung von Dienstleistungen (interstate transactions) angewandt.
Sofern ein Bundesstaat keine Sales and Use Tax erhebt, sollte immer überprüft werden, ob die Städte oder Gemeinden eine Sales and Use Tax erheben, in denen die Transaktion vorgenommen wird.
Zuständigkeit Die Durchführungskompetenz der Sales and Use Tax liegt auf der Ebene der Bundesstaaten. Ferner können auch Städte und Gemeinden eine eigene Sales and Use Tax erheben. In welchem Bundesstaat die Sales and Use Tax erhoben wird, hängt vom sog. steuerlichen Nexus ab. Der Nexus wird danach bestimmt, wo der Verkäufer seine physische Präsenz hat und die physische Präsenz die Vorgaben einer bestimmten de-minimis-Regel überschreitet.
Eine Besonderheit gilt für Online-Shops. Online-Shops berufen sich auf eine Gerichtsentscheidung des US-Supreme Courts von 1992, wonach keine Sales oder Use Tax erhoben wird, wenn der Verkäufer seine Produkte einem Kunden verkauft und sendet, der nicht in demselben Bundesstaat ansässig ist, wie der Verkäufer. Im November 2011 wurde dem US-Congress ein Gerichtsentwurf eingereicht, wonach die durch richterliche Rechtsfortbildung (case law) geschaffene Ausnahme für Online-Shops durch dispositives Recht beseitigt werden soll. Ein solches Gesetz wurde vom Congress bisher noch nicht verabschiedet.
Der Nexus wird von den einzelnen Bundesstaaten selbst bestimmt. Die Beurteilung, wann ein Nexus vorliegt, variiert zwischen den Bundesstaaten.
Steuerbarkeit der Güter Die Bundesstaaten bestimmen zudem, welche Güter steuerbar sind. Grundbesitz, wie z.B. Land, Gebäude wird regelmäßig nicht besteuert. Ausnahmen bestehen in den Bundesstaaten New York City, Arizona und Florida.
Immaterielle Güter, wie z.B. geistiges Eigentum werden in der Regel nicht besteuert. Anders verhält es sich bei sog. digital equivalents, wie z.B. dem Herunterladen von Computer Software.
In einigen Bundesstaaten wird auch Elektrizität und Gas besteuert.
Steuerbefreiungen Auf Bundesebene bestehen Steuerbefreiungen für Verkäufe an Indianische Stämme und Reservate sowie an die US-Bundesregierung.
Auf bundesstaatlicher Ebene und Gemeindeebene variieren Steuerbefreiungen zwischen den USBundesstaaten. Steuerbefreiungen kommen in den folgenden Bereichen in Betracht.
- Bei Warenverkäufen bzw. der Erbringung von Dienstleistungen an besondere juristische Personen (Kirchen, religiöse, caritative und staatliche Einrichtungen).
- Bei Verkäufen von Waren, die zur Deckung des Lebensbedarfs bestimmt sind, wie z.B. Garderobe, Grundnahrungsmittel oder Medizin.
- Bei Verkäufen von Waren, die für eine festgelegte Verwendung, wie z.B. Fertigungsprozesse, Forschung und Entwicklung und Umweltschutz, bestimmt sind.
- Bei Verkäufen von Waren, die für den Weiterverkauf bestimmt sind (Sale for Resale/Wholesale Sale). Der sog. Sale for Resale ist mit dem Vorsteuerabzug des deutschen Umsatzsteuerrechts vergleichbar.
- Bei einmaligen Transaktionen, wie z.B. der Verkauf von Betriebsvermögen eines Geschäftsbereichs eines Unternehmens.
- Bei einer Zwischenlagerung von Waren, die für eine Lieferung in einen anderen Bundesstaat bestimmt sind.
Für die Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen muss der Käufer in dem jeweiligen Bundesstaat für steuerliche Zwecke der Sales and Use Tax registriert sein und muss dem Verkäufer gegenüber einen Nachweis über die gültige Steuerbefreiung erbringen.
Sofern der Verkäufer einen Nachweis einer Steuerbefreiung in Gutem Glauben (good faith) annimmt, muss er für diesen Vorgang keine Sales oder Use Tax in Rechnung stellen. In einigen Bundesstaaten muss der Verkäufer für die Annahme eines Nachweises einer Steuerbefreiung in "good faith" registriert sein.
Steuersatz Die Sales and Use Tax-Sätze variieren zwischen den einzelnen Bundesstaaten zwischen 2,9% (Colorado), 4% (Alabama, Georgia, Hawaii, Louisiana, South Dakota, Wyoming) und 6% (Florida, Idaho, Kentucky, Michigan, Pennsylvania, South Carolina, West Virginia). In einzelnen Bundesstaaten, wie z.B. Bundesstaat New York - kombinierter Staat/Stadt - ist der Steuersatz mit 8,875% höher.
Registrierung und Einreichung der Steuererklärung Verkäufer, die einen steuerlichen Nexus begründen, müssen sich bei der Finanzbehörde des jeweiligen Staates registrieren lassen. Sie sind verpflichtet, dem Käufer die Sales and Use Tax in Rechnung zu stellen und an die Finanzbehörden abzuführen. Ferner sind sie verpflichtet, die von ihren Käufern erhaltenen Nachweise der Steuerbefreiung aufzubewahren.
Die Steuererklärung muss monatlich oder vierteljährlich eingereicht werden. Verkäufer, die für einen bestimmten Zeitraum keine Umsätze generiert haben, sind entweder von der Steuererklärungspflicht befreit oder müssen eine sog. Nullerklärung abgeben.
Bußgelder, Strafen und Zinsen Fehlerhafte Steuererklärungen und Abführung der Steuer werden mit der Erhebung von Bußgeldern zwischen 5% und 25% geahndet. Steuerhinterziehung ist mit einer Geldstrafen bis zu 50.000 US$ bzw. einer Freiheitsstrafen belegt. Bei Zahlungsverzügen werden Zinsen von 1% bis 14% des geschuldeten Steuerbetrages erhoben.
Rechtsbehelfe Gegen die Festsetzung der Steuerschuld oder andere Entscheidungen des IRS kann Beschwerde beim unabhängigen, örtlich zuständigen Appeals Office des IRS erhoben werden. Zudem kann eine Beschwerde bei dem zuständigen Finanzgericht eingereicht werden. Sofern eine Beschwerde gegen die Entscheidung des IRS nicht zugunsten des Beschwerdeführers abgeändert wird, kann Klage beim Finanzgericht erhoben werden. Die Beschwerde muss innerhalb von 90 Tagen nach Erhalt des Steuerbescheids (notice of deficiency) beim Tax Court mit Hauptsitz in Washington, DC. eingereicht werden. Bis zur Entscheidung des Gerichts ist eine Zahlung der Steuerschuld aufgeschoben.
Beabsichtigt der Steuerpflichtige eine Rückerstattung seiner bereits entrichteten Steuern, steht diesem der Rechtsweg zum Federal District Court oder zum United States Claims Court offen.
Diese zweitinstanzlichen Gerichte sind ausnahmsweise allein zuständig für bestimmte Sonderfälle, wie z.B. einkommensteuerrechtliche und verbrauchsteuerrechtliche Streitigkeiten.
Doppelbesteuerungsabkommen zwischen USA und Deutschland Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA besteht das Abkommen vom 20.8.1989 zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und einiger anderer Steuern (DBA), das am 21.8.1991 in Kraft getreten ist. Durch das Änderungsprotokoll vom 1.6.2006, das am 28.12.2007 in Kraft getreten ist, ist das DBA umfassend novelliert worden. Der Vertrag entspricht inhaltlich und redaktionell weitgehend dem OECD-Musterabkommen von 1977. Das Abkommen umfasst 33 Artikel. Hinzu kommen 28 Absätze des Schlussprotokolls, das technische Fragen und allgemeine Bestimmungen zur Anwendung des DBA insgesamt enthält.
Auf Seiten der USA gilt das DBA nur für die Bundeseinkommensteuer für natürliche Personen und für Körperschaften, Trusts und Nachlässe.
Auf Seiten der BRD gilt das DBA für Einkommen-, Körperschaft- Gewerbeertrag- und Vermögensteuern.
Inhalt des DBA ist u.a.:
Artikel 1 Absatz 4 Buchstabe a: Saving Clause Bei Anwendung des DBA muss die Saving Clause beachtet werden. Nach der Saving Clause ist eine natürliche Person aufgrund ihrer Ansässigkeit in den USA oder als US-Staatsbürger dort unbeschränkt steuerpflichtig. Dies gilt auch für die in den USA gegründeten Körperschaften. Sie erfasst auch ehemalige US-Staatsbürger und langfristige Aufenthaltsberechtigte (Inhaber einer Green Card), die ihren Status als US-Staatsangehörige bzw. Einwanderer innerhalb der dem Besteuerungszeitraum vorangegangenen 10 Jahre aufgegeben haben.
Artikel 6: Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen, was in den USA belegen ist, werden in den USA besteuert.
Artikel 7: Besteuerung gewerblicher Gewinne Die USA erheben neben der eigentlichen Steuer vom Gewinn einer in ihrem Gebiet gelegenen Betriebsstätte im Veranlagungswege die sog. Zweigniederlassungssteuer. Nichtansässige Ausländer und ausländische Körperschaften unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht in den USA schon dann, wenn sie dort eine Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit ausüben und Einkünfte mit dieser Tätigkeit verbunden sind.
Artikel 9: Besteuerung von verbundenen Unternehmen anhand von Verrechnungspreisen Bei der Ermittlung der Steuer von verbundenen Unternehmen werden die zwischen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens oder zwischen verschiedenen Gesellschaften eines Konzerns für innerbetrieblich ausgetauschte Güter und Dienstleistungen, wie z. B. Warenlieferungen, Lizenzen, Darlehen verrechnet. Als Maßstab für das zutreffende Einkommen gilt der Fremdvergleichsgrundsatz. Anleitungen dazu, wie der Fremdvergleich nach US-Steuerrecht durchzuführen ist, bietet Sec 482 IRC.
Artikel 10: Besteuerung von Dividenden Grundsätzlich erfolgt die Besteuerung der Dividende im Quellenstaat. Allerdings sind hierbei Begrenzungen bei Schachteldividenden zu beachten.
Artikel 11: Besteuerung von Zinsen Grundsätzlich erfolgt die Besteuerung von Zinsen in den USA, wenn der nutzungsberechtigte Empfänger dort ansässig ist. Anderes gilt bei der Zugehörigkeit der Zinsforderung zu einer Betriebsstätte des Nutzungsberechtigten in Deutschland, bei bestimmten Zinszahlungen, die von der amerikanischen Zweigniederlassungssteuer erfasst werden sowie bei Überschussanteilen aus einer Residualbeteiligung an einem US-REMIC.
Artikel 12: Besteuerung von Lizenzgebühren Grundsätzlich erfolgt die Besteuerung von Lizenzgebühren in den USA, wenn der nutzungsberechtigte Empfänger dort ansässig ist. Ausnahmen hiervon gelten im Fall der Zugehörigkeit des lizensierten Rechts oder Vermögenswertes zu einer Betriebsstätte des Nutzungsberechtigten in Deutschland.
Artikel 13: Besteuerung von Veräußerungsgewinnen Veräußerungsgewinne, die nicht ansässige Personen erzielen, unterliegen in den USA grundsätzlich nur der Besteuerung, wenn sie im Rahmen einer US-Geschäftstätigkeit erzielt werden oder soweit es sich um Gewinne aus der Veräußerung von Rechten an US-Grundbesitz handelt.
Artikel 15 Unselbstständige Arbeit Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die eine in Deutschland ansässige natürliche Person in den USA erhält, sind in den USA unter den nachfolgenden Voraussetzungen steuerfrei: Der Arbeitnehmer hält sich nicht länger als 183 Tage während eines Kalenderjahres in den USA auf, die Vergütung wird von einem Arbeitgeber gezahlt, der nicht in den USA ansässig ist und die Vergütung wird nicht von einer Betriebstätte getragen, die der deutsche Arbeitgeber in den USA unterhält.
Artikel 16: Besteuerung von Aufsichtsrats- und Verwaltungsvergütungen Die USA dürfen Vergütungen für die Tätigkeiten als Mitglied des Aufsichts- oder Verwaltungsrats (Board of Directors) nur besteuern, wenn das in den USA ansässige Mitglied die Tätigkeit in den USA ausübt. Das Mitglied muss physisch anwesend sein, d.h. an den Sitzungen des jeweiligen Gremiums in den USA teilnehmen.
Artikel 17: Besteuerung von Sportlern und Künstlern Sofern ein Sportler oder Künstler in den USA seine Tätigkeit ausübt, dürfen die Einkünfte in den USA nur besteuert werden, wenn die Einnahmen einen Betrag von 20.000 US$ im Jahr übersteigen. Zudem ist eine Besteuerung in den USA ausgeschlossen, wenn der Sportler oder Künstler an den Gewinnen der Person, der die Einkünfte zufließen, nicht partizipiert.
Artikel 18: Besteuerung von Ruhegehältern, Renten, Unterhaltszahlungen, Sozialversicherung Ruhegehälter, Renten, Unterhaltszahlungen, Sozialversicherung werden in den USA nur besteuert, wenn der Begünstigte in den USA seinen Wohnsitz hat. Unterhaltszahlungen an den geschiedenen Ehegatten sowie an minderjährige Kinder, die beim Zahlungsverpflichteten nicht abzugsfähig sind, sind hiervon ausgenommen.
Artikel 20: Besteuerung von Vergütungen für Gastlehrer sowie Zuwendungen zur Aus- und Fortbildung Bezüge von Hochschullehrern und Lehrern, die Unterhaltszahlungen an Studenten und Lehrlingen sowie die Stipendien zu Lehr- oder Fortbildungszwecken bzw. zur Aus- oder Fortbildung werden nicht besteuert.
Artikel 22: Besteuerung von Vermögen In den USA belegendes unbewegliches Vermögen wird in den USA besteuert. Das gilt unbeschadet der Tatsache, dass die USA eine Vermögensteuer nicht erheben. Bewegliches Betriebsvermögen einer Betriebsstätte, die ein deutsches Unternehmen in den USA hat, wird in den USA besteuert.
Artikel 23: Vermeidung der Doppelbesteuerung Die USA vermeiden die Doppelbesteuerung allein nach der Anrechnungsmethode. Die Freistellungsmethode kommt nur in Betracht bei Einkünften, die nach den Artikeln 6- 21 nur in Deutschland als Ansässigkeits- oder Quellenstaat besteuert werden können und von der Anwendung der Saving Clause ausgenommen sind.
Ein Abkommen zwischen der BRD und den USA zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungsteuer ist seit dem 27.6.1986 in Kraft.
Hinweis: Dieser Artikel, Bestandteil der aus dem Vertrieb genommenen gtai-Publikation "Rechtstipps für Exporteure - USA", wurde inhaltlich überprüft und - soweit dies erforderlich war - im Bereich Recht der Germany Trade & Invest von Corinna Päffgen aktualisiert.

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